64 bit experimentell - Windows XP x64 Edition (Multiboot)

naquaada

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Mal ein kleiner Bericht einer Installations-Orgie... ;)

Ich wollte mir bei meinem neuen Rechner ein Multiboot-System zusammenbasteln. Also habe ich mal nach interessanten Betriebssystemen gesucht. Windows ist klar. Na gut, halt noch ein Linux. Android-x86 läuft prima, das habe ich mit in die Linux-Partition installiert. OSx86 10.6.8 (wegen PowerPC-Support) kommt da wohl nicht mehr drauf weil ich dort keine zusätzliche Grafikkarte reinmache und Intel HD4000 Grafik nicht korrekt unterstützt wird. Da war aber noch so viel Platz...

Ich bin dann mal an ein Windows XP x64 Edition gekommen. Microsofts erster Versuch, ein 64bit-Windows zu basteln, war ja für die Intel Itanium-CPUs, bei den normalen PC's waren damals ja nur AMD-Prozessoren 64bit-fähig. Also dann, testen wir mal ein Windows für die ersten 64bit-CPUs auf einem der spätesteten, einem Core i7 3770S. Eine externe Grafikkarte gibt's nicht, also muß es auch mit dem Intel HD4000-Grafikchipsatz klarkommen. Ersatunlicherweise bietet Gigabyte beim GA-Z77N-WiFi Mini-ITX-Board auf der mitgelieferten CD noch entsprechende Treiber an. Die Installation von Windows XP x64 Edition habe ich von einem USB-Stick gemacht. Da kam dann natürlich wieder das Problem, die SATA/AHCI-Treiber auszuwählen - ohne Floppy. Glücklicherweise hat das BIOS eine Möglichkeit, ein USB-Laufwerk zwangsweise als Floppy anzumelden. Mit F6 konnte ich dann aus einer ganzen Liste SATA-Treiber auswählen - wie Murphy's Law es bestimmt, war natürlich wieder der letzte der richtige. Danach ging es aber wie bei einer normalen Win XP-Installation weiter, nur die tollen Texte waren halt etwas anders. Nach dem zweiten Reboot kam dann auch brav der Desktop - in Full-HD. Das Setup der Gigabyte-Treiber macht alles automatisch, Treiber für die zuätzliche Atheros WLAN-Karte mit 9285-Chipsatz habe ich auch gefunden. Schwieriger war es, einen Treiber für einen eHome-kompatiblen IR-Empfänger zu finden. Jedenfalls, es sind keine fehlendem Geräte im Gerätemanager vorhanden. Finde ich schon erstaunlich, da man von XP 64bit ja sonst gar nichts hört.

Nachdem ich die bunte Windows XP-Optik dann abgeschaltet habe, sieht Windows XP x64 Edition dann so aus: Klick

Auffällig ist natürlich der herrlich protzige Taskmanager, der nch alle CPU-Kerne direkt anzeigt - Dual-Cores gab es ja bei den frühen AMD's noch lange nicht. Außer in den Infos und in einigen nicht-eingedeutschten Fenstern (Gerätemanager, Anzeige) bemerkt man kaum einen Unterschied. Unter der Haube ähnelt es aber schon Vista und Windows 7. Es gibt nicht mehr wie früher 'Programme' und 'Dokumente und Einstellungen', es gibt schon das 'Users'-Verzeichnis und natürlich SYSWOW64.

Die Programme sind auch lustig. Es gibt die üblichen Programme. aber mehr als Internet Explorer 8 ist nicht drin. Windows Update läuft ja auch noch darüber, und beim ersten Update wurde ich mit einem 'Dieser Seite wird nicht vertraut'-Fehler begrüßt. Updates funktionierten aber, und es gab sogar Anfang 2014 noch Updates. Die bisher installierte Software funktionierte, nur iTunes hat rumgezickt. Die 64bit-Version wollte sich erst ab Windows Vista installieren lassen, die 32bit-Version wollte ein 64bit-Windows haben. Nach etwas Recherche im Internet habe ich dann einen Trick gefunden: Man muß den iTunes-Installer mit WinRAR in seine Bestandteile zerlegen und dann mit dem Programm 'Orca' einige Teile des Installers so modifizieren, daß sie sich auch auf dieser Windows-Version installieren lassen. Danach muß man die Komponenten aus dem iTunes-Installer einzeln installieren, und dann funktioniert das Programm auch, wie es soll. Das Programm 'SMPlayer' ist nebenbei erwähnenswert, weil es unter Windows 3D-Inhalte aus .mkv-Dateien korrekt wiedergeben kann.

Tja - wozu braucht man Windows XP x64 Edition? Ehrlich gesagt, keine Ahnung :eek: Aber es ist irgendwie witzig, ein System auf dem Rechner zu haben, das kaum noch jemand anders nutzt. Und es ist natürlich ein Nostalgiefaktor, denn dies ist das erste 64bit-Windows. Falls ich mal etwas über Multiboot schreiben soll kann ich das machen. Ich benutze für jede Windows-Version eine eigene logische Partition für die Auslagerungsdatei, also kommen bei einem System mit 3 Windows-Versionen und 16 GB RAM schon drei Partitionen mit jeweils 24 GB dazu :facepalm: Insgesamt hat die 1 TB-Platte ganze 10 Partitionen. Als Bootloader benutze ich EasyBCD, da alle Betriebssysteme einzubinden kostet auch Nerven, da der dort verwendete NeoGRUB wieder inkompatibel zu verbreiteten GRUB 2 ist (der wiederum inkompatibel zum originalen GRUB ist).


Noch etwas zu Android-x86: Es läuft sehr gut mit dem Core i7 und der eingebauten Intel HD4000 Grafik. Die von mir verwendete Atheros 9285 Halfsize-WLAN-Karte (wird für OSx86 benötigt) funktioniert problemlos. Logitech PS/2 Maus/Tastaturkombinationen und die neueren mit Logitech Unifying-Empfänger funktionieren, auch mit deutschem Layout. Das System ist sehr schnell und komatibel, ich habe kaum Programme, die nicht laufen. Antutu Benchmark bringt über 50.000 Punkte, und die ARM-CPU muß ja emuliert werden. Die CPU bleibt auch kühler als bei Windows oder Linux. Wer es mal testen will, es funktioniert von einem USB-Stick, man kann es auf eine Linux-Partition installieren, da beißt sich nichts. Man darf natürlich nicht formatieren und auch GRUB nicht installieren, da muß man dann etwas herumfummeln, ich kann da helfen. Ich habe Android-x86 4.3 developer drauf, es sind aber schon die ersten Versionen von Android 4.4 KitKat verfügbar. Einige wichtige Programme:

'Adaptive Rotation Lock' ist unbedingt nötig, denn es kann die Bildschirmdrehung zwangsweise deaktivieren, das ist nötig falls sich ein Programm mal in den Portrait-Modus schalten will (z.B. Clean Master).
'Crop Wallpaper' fixiert ein Hintergrundbild korrekt auf dem Bildschirm. Android würde es sonst so merkwürdig anpassen, dadruch sieht es auf einem Full-HD-Screen sehr pixelig aus.
'Solid Explorer' ein Dateimanager mit zwei Spalten sowie FTP und Netzwerk-Funktion.
'Smart Launcher' ein guter Launcher, der ohne Wischen auskommt. Auf einem stationären System hat man ja keine Touch-Funktion.
'BS-Player' ist einer der wenigen Videoplayer unter Android, die auch AC3-Ton können.

naquaada.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mit den Ordnern ist ganz normal und das System ist nicht näher dran oder weiter weg an Vista oder 7 als ein 32-bit XP auch. Es ist schlicht nur eine MUI Version, d.h. englischsprachiges Basissystem plus Sprachpaket. Und beim englischen Windows hießen die Ordner nun einmal auch damals schon so. ;-)
 
Ist schon klar. Aber das normale XP, das 2001 rauskam, war eine sprachenfixierte Version. Windows XP x64 kam aber erst 2005. Die sprachenfixierten Ordnernamen wie 'Programme' und 'Dokumente und Einstellungen' findet man ja auch in neueren Versionen noch, sie sind unsichtbar in C:/. Allerdings ist der Zugriff darauf verweigert. Ich verwende ja nicht den Windows Explorer, sondern den Dateimanager Idoswin Pro für die Arbeit mit Dateien, da werden die Standardnamen angezeigt und nicht die lokalisierten. Ist in Mac OS X ja auch so, im Terminal muß man auch mit den englischen Namen arbeiten.
 
Die lokalisierten "Ordner" bei neueren Windows Versionen sind aber gar keine Ordner. ;-)

Ich hab keine Übersicht mehr, seit wann es Sprachpakete fürs 32-bit XP gab. Dürfte aber ziemlich von Anfang an gewesen sein. Hat man halt nur normalerweise als Privatkunde nichts von mitbekommen. Und es wurde halt auch lange nicht alles übersetzt. Zum Beispiel wurden die Namen der Dateitypen im Explorer auch immer in englischer Sprache angezeigt und manches mehr.

Was richtig spezielles wäre OS/2 auf PPC... ;-)
 
Tja - wozu braucht man Windows XP x64 Edition? Ehrlich gesagt, keine Ahnung
xp64 hatte ich jahrelang auf meinem hauptrechner in benutzung
lief wunderbar bis auf gelegentliche schwierigkeiten mit fehlenden treibern für externe geräte
 
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