Kann mir jemand eine PV-Anlage für dumme erklären?

Wir haben das 2022 ausgerechnet und damals entschieden, den Akku wegzulassen. Ob der sich amortisiert, schien damals eine 50/50 Chance zu haben, wenn man die vom Hersteller vorgeschlagene Lebensdauer für realistisch hielt. Ich halte es auch für volkswirtschaftlichen Wahnsinn, wenn jeder Privathaushalt im Keller einen Akku parkt, statt dass man die eingespeiste Energie kommunal speichert. Dass das steuerlich attraktiv ist, erscheint mir ein Fehlanreiz, aber vielleicht hab ich es nur nicht verstanden, warum das wünschenswert ist.

Wir haben seit 2022 jedes Jahr folgende Bilanz mit geringfügiger Schwankung:

7,5MWh Produktion, davon 2MWh Eigenverbrauch
4,5MWh Verbrauch, davon 2MWh selbstproduziert (logisch)

(Zahlen korrigiert, da war mir ein Fehler passiert beim auslesen)

Das ist eine Familie ohne Elektroauto und ohne Akku in einer eher schneereichen Ecke im Südwesten mit 7kWp auf dem Dach.
 
Ggf mal drüber nachgedacht eine Wallbox + Smartmeter zu installieren ?

1,4kw zu laden birgt ziemlich viele Ladeverluste, da werden in den Akku eher 100kw/h oder mehr geladen, aufgrund der Verluste.
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist eine Wallbox nicht attraktiv, da der Abstand Haus<=>Stellplatz zu groß ist. Da müßte der Bagger kommen, damit ein Kabel über -besser unter- das Grundstück gelegt werden kann und dann müßte eine Säule errichtet werden. Oder nur 11kW-Kabel und mobile Wallbox. Und warum? Unterm Strich spart das nur Ladezeit und wenn es schnell gehen muß, gibt es Alternativen.

Die Ladeverluste bei Schuko sind natürlich krass, etwa im Bereich von 30%. Aber gut, dann kostet die kWh PV-Strom halt €0,13.
 
Ich habe seit Sommer '24 eine 9.5 kWp Anlage mit 10kWh Speicher (allerdings mit Teil-Verschattung und unterschiedliche Ausrichtung). Seit Juni '25 ist auch ein eAuto vorhanden. In der Garage ist eine Drehstrom-Steckdose, an der eine em2go Home Wallbox hängt. Für's Überschussladen nutze ich https://evcc.io/ und https://homeassistant.io. Vermutlich von März - Oktober werde ich incl. eAuto laden wohl keinen Strom von außen brauchen.

Meine maximale Tages-Produktion waren 56 kWh. In 2025 wurden insgesamt über 8MWh produziert.

Ein wirklich wichtiger Faktor ist: wo steht das Auto tagsüber, wenn die Sonne scheint. Ich arbeite nahezu ausschließlich aus dem Home-Office, d.h. das Auto kann tagsüber laden. Wenn das Auto normalerweise tagsüber nicht zuhause steht, macht ggf. ein größerer Speicher Sinn.

Was ich relativ spät gelernt habe war:
- zum eAuto laden braucht es mindestens ~1300W
- die 1 / 3 Phasen Umschaltung bei der Wallbox ist wichtig beim Überschussladen
- die em2go Home Wallbox ist sehr günstig, hat aber erhebliche Softwareprobleme. Im schnitt alle 2-3 Wochen hängt sich deren Netzwerk komplett aus, d.h. ich muss in der Garage manuell aus-/einstecken. Das werde ich demnächste mit einem Relais fernsteuern.
- viele (v.a. kleinere) eAutos können AC mit max. 11kW laden. D.h. man sollte wirklich prüfen, ob eine größere (aka 22kW) WB wirklich Sinn macht. Ist auch aufwändiger von der Bürokratie: 11kW muss man nur anmelden, 22kW muss man genehmigen lassen
- seit 01.01.2025 (?) muss die WB eine "steuerbare Verbrauchseinrichtung" nach §14a EnWG sein. Das bedeutet zusätzlichen Installationsaufwand, dafür bekommt man aber reduzierte Netzentgelte.
- unser (Reihen-)Haus ist nur mit 3 x 20A abgesichert. D.h. wenn die WB auf maximal läuft, muss man sich gut überlegen, welche Verbraucher man zusätzlich an hat.
 
Speicher ist meist nur gut fürs Gefühl. Wir haben in 2025 insgesamt 83% Autarkie erreicht und erreichen von März bis Oktober etwa 99% Autarkie.
Andere Sache ist Notstrom. Wir könnten zumindest in der autarken Zeit des Jahres auch ohne Netz auskommen.
Braucht man das? Vermutlich nicht.
 
Wir nutzen Solarwärme mit 800l Speicher
Hier geht's aber um Photovoltaik, nicht um Solarthermie.

und haben im Gesamtsystem den Ölverbrauch auf ~2/3 senken könne. Der Anteil Solarwärme übers Jahr total bei 8%
Das geht doch irgendwie nicht auf. Wenn du 8% deiner Heizenergie durch Solarthermie ersetzen kannst, sparst du 8% der anderen Energieform (hier also Öl) ein. Wenn du aber 33% sparst, musst das irgendwo anders herkommen (bewussteres Heizen? Andere Heizgewohnheiten? ...)
(im Sommer nur Solarwärme, aber ..... da braucht es eben auch nur wenig).
Das ist das riesige Problem von Solarthermie: Du bekommst am meisten Ertrag genau dann, wenn du ihn am wenigsten brauchst, nämlich an sonnigen Sommertagen. Und genau dann, wenn du die Energie brauchst (kalte Wintertage/Heizperiode) ist der Ertrag am geringsten. Meiner Meinung nach ist Solarthermie daher heutzutage nur noch "Schnee von gestern". Wenn man sie schon hat, kann man sie natürlich gerne weiter betreiben. Wenn Teile dieser Anlage mal kaputt gehen, sollte man sich aber schon sehr genau überlegen, ob man die überhaupt noch ersetzt und dafür Mehrkosten ausgibt. Neu installieren sollte man Solarthermie heutzutage praktisch nicht mehr. Außer vielleicht man hat einen Verbraucher, der ganzjährig bzw. insbesondere im Sommer Wärmeenergie benötigt. Beheizter Pool z.B., bestes Beispiel wären öffentliche Freibäder. In allen anderen Fällen sollte man bei Neuinstallationen oder bei Ersatz von defekten Anlagen heutzutage wohl auf Photovoltaik setzen. Insbesondere seit die Anlagen so günstig geworden sind.

PV ....... scheitert am Speicher, da kann ich noch so viel rechnen (E tagsüber wenig nötig, nachts nix PV).
Warum scheitert eine PV-Anlage am Speicher? Abgesehen davon, dass Speicher langsam bezahlbar sind, sich daher in ihrer Lebensdauer voraussichtlich amortisieren werden, braucht man tagsüber ja auch Strom. Kühlschrank, Gefrierschrank, Spülmaschine, Waschmaschine, E-Herd, Backofen, PC/Laptop, usw. das läuft alles in der Regel (auch) tagsüber und die Kosten davon kannst du über eine PV-Anlage auch ohne Speicher plötzlich einsparen.

Wärmepumpe ....... teure Haussanierung nötig, kostet wie Abriss und Neu.
Das ist doch Quatsch. Du kannst in jeden unsanierten Altbau 'ne Wärmepumpe setzen. Dafür ist keine Haussanierung nötig.

Windrad .... :-) .... da denke ich noch nach, zusammen mit Don Quijote ;)
Windrad ist halt so eine Sache. Der Ertrag von Windrädern ist gigantisch, wenn man den Flächenbedarf mal mit PV-Anlagen vergleicht. Aber: So richtig Ertrag bringen die Dinger nur, wenn sie entsprechend hoch sind. Und das ist bei den kleinen Anlagen für das Einfamilienhaus nicht annähernd gegeben. Umgekehrt braucht man aber für eine PV-Anlage zu Hause keine zusätzliche Fläche, das Dach ist eh da. Aus den Gründen lohnen sich Kleinstwindräder für zu Hause selten, zumindest nicht im Vergleich zu einer PV-Anlage auf dem Dach. Im großen Maßstab "weiter draußen" sieht es umgekehrt aus. Fläche "weiter draußen" für PV-Anlagen zu versiegeln bzw. an diese zu verlieren ergibt nur in wenigen Fällen Sinn (Solarüberdachte Parkplätze z.B., oder Flächen die sonst aus anderen Gründen eh "tot" sind), dafür kann man hier aber extrem ertragreiche Windräder im großen Maßstab aufbauen.

Ich halte es auch für volkswirtschaftlichen Wahnsinn, wenn jeder Privathaushalt im Keller einen Akku parkt, statt dass man die eingespeiste Energie kommunal speichert.
Das würde ich nicht so pauschal sehen. Beide Varianten haben ihre Vorzüge. Klar, einige Komponenten braucht man bei großen Speichern nur einmal, die man sonst für jeden Keller braucht, wie z.B. Wechselrichter oder ganz banal die Gehäuse der Speicher. Andererseits müssen diese aber auch entsprechend größer dimensioniert sein, so dass man zwar spart, aber auch nur begrenzt. Umgekehrt können kleine Speicher zu Hause das Netz dezentralisieren und damit extrem entlasten. Strom wird immer besser genau dort verbraucht, wo er auch erzeugt wird. Damit fließt immer weniger von dem immer höher werdenden Stromverbrauch durch das allgemeine Stromnetz. Der Ausbau davon muss dadurch sehr viel langsamer passieren, was volkswirtschaftlich wieder allen zu gute kommt.
 
Das würde ich nicht so pauschal sehen. Beide Varianten haben ihre Vorzüge. Klar, einige Komponenten braucht man bei großen Speichern nur einmal, die man sonst für jeden Keller braucht, wie z.B. Wechselrichter oder ganz banal die Gehäuse der Speicher. Andererseits müssen diese aber auch entsprechend größer dimensioniert sein, so dass man zwar spart, aber auch nur begrenzt. Umgekehrt können kleine Speicher zu Hause das Netz dezentralisieren und damit extrem entlasten. Strom wird immer besser genau dort verbraucht, wo er auch erzeugt wird. Damit fließt immer weniger von dem immer höher werdenden Stromverbrauch durch das allgemeine Stromnetz. Der Ausbau davon muss dadurch sehr viel langsamer passieren, was volkswirtschaftlich wieder allen zu gute kommt.
Dazu hätte ich ein paar abweichende Ansichten.

1. Ein Speicher brückt kurzfristig die Differenz zwischen Erzeugung und Verbrauch. Je mehr Erzeuger und Verbraucher Du zusammenmittelst, umso kleiner werden die Ausschläge und umso kleiner darf der Speicher sein.

2. Die Stadtwerke der Stadt, in der ich lebe, veröffentlichen stündlich Stromerzeugung und -verbrauch. Erzeugung hier lokal, also alle PV- Installationen plus ein großes KWK-Kraftwerk eines örtlichen Industriebetriebes. Da siehst Du selbst bei hellstem Sonnenschein, daß immer weniger erzeugt als verbraucht wird. Der erzeugte Strom bewegt sich also immer im städtischen Leitungsnetz und verläßt nie die Stadt. Sprich: kein Kellerakku hat Einfluß auf die Leitungszubauten. Letztere kommen eher daher, daß immer mehr Strom verbraucht wird, der zusätzlich noch aus dem Norden kommt und im Süden verbrutzelt wird.
Um es noch krasser zu sagen: mein "überflüssiger" PV-Strom wird mir mit €0,1 vergütet, verläßt mein Haus und geht zum Nachbarn, der dafür €0,3 bezahlt. Wenn ich das Fenster aufmache, höre ich die Stadtwerke lachen. Die verdienen ohne Risiko auf Basis meiner privaten Investition einfach mit. Und mußten dafür noch nicht mal ne Strippe ziehen.

3. Auch die Stromerzeuger haben mittlerweile etliche Aufbauten von Großakkus auf dem Programm. Bevorzugt dort, wo mal ein AKW stand. Die Leitungen sind also vorhanden.

4. Der Kellerakku leistet außerdem: allgemeine Kosten für Stromversorgung, die sich in den Rechnungen der Stromkunden wiederfinden würden, werden privatisiert.

Meiner Meinung nach sind die Kellerakkus vor allen Dingen für Leute interessant, die den Strom dann beziehen, wenn sie ihn nicht brauchen (das kann auch ein zeitabhängiger Stromtarif sein), oder die eine abgeschriebene PV haben.

Und sorry für so viel OT.
 
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